Ausschreibung Über mich Streckenplanung Tourbericht

Um es direkt vorweg zu nehmen: Das Wanderreitertreffen bei Brita Hurtienne, fand so, wie es eigentlich geplant war, nicht statt, weil die Teilnehmerzahl zum Nennschluss nicht erreicht war. Darum wurde kurzerhand umgeplant und stattdessen der Waldhof Oberhundem zum abendlichen Treffen erwählt. Und das war kein Fehler, denn der Inhaber Klaus Strunk bereitete uns einen herzlichen Empfang. Die ehemalige Jugendherberge war urig dekoriert und herbstlich geschmückt und wir verbrachten einen sehr gemütlichen Abend miteinander, nachdem unsere Pferde in ihre Paddocks eingezogen waren.

Hier möchte ich Euch etwas über unsere Reise zu Pferd berichten, die nicht von zuhause aus stattfand, sondern umgekehrt – vom Waldhof Oberhundem zu unserem heimatlichen Stall in Engelskirchen.

Nachdem wir uns morgens aus unserem Bettzeug gepellt hatten (karierte Bettbezüge im Jugendherberg-Zimmer, einfach, aber sauber und durchaus ok), graute bereits der Morgen und zwar buchstäblich: dicke Regenwolken verdunkelten den Himmel. Vom reich gedeckten Frühstückstisch aus schauten wir resigniert in das trostlose Wetter. Und dabei 30 km durch unbekanntes, schwieriges Gelände reiten, uns grauste davor. Dann sprach Klaus das aus, was ich im Stillen dachte: „Wollt Ihr nicht einen Tag bleiben und ich fahr Euch morgen auf die Strecke?“ Ich rief also bei unserer nächsten Übernachtungsstation, dem Ferienhof Pulte in Helden, an. Die nette Frau hatte Verständnis dafür, dass wir bei dem fiesen Wetter nicht reiten wollten und akzeptierte die Absage.

 

So verbrachten wir einen schönen Tag auf dem Waldhof. Unvergeßlich: Die Kutschfahrt mit zwei tollen Kaltbluthengsten, zu der wir von Klaus eingeladen wurden, als nachmittags tatsächlich dann doch noch die Sonne rauskam.

 

Am nächsten Morgen brachte Klaus uns nicht nur bis Helden, sondern sogar noch ein Stück weiter auf die Strecke und das war auch gut so, denn auf dem Weg zum Listerhof hatten wir dreimal Schwierigkeiten auf der Strecke, so dass wir kurz vor dem Dunkelwerden dort eintrafen. Unsere Pferde bekamen eine ganz tolle große Laufbox unter Dach, zum Glück, denn es regnete die ganze Nacht durch. Wir schliefen in kleinen Holzhäuschen und Essen gabs vom Schnellimbiss.

 

Unsere letzte Übernachtungsstation war bei privaten Leuten. Es war bei der Planung schwierig, im Bereich der Agger-/Genkeltalsperre etwas zu finden. Also fragte ich mich dadurch und wurde an den Landwirt Ingo Fiedler in Dannenberg weitergereicht, der auch Einsteller-Pferde hat. Am Handy war er völlig unproblematisch: „Jo, nä, kein Problem, könnter machen, könnt kommen.“

Und dahin waren wir am vorletzten Tag unterwegs. So wie am Telefon, war Ingo auch in echt. Pferde auf die Weide, pennen im Gartenhaus auf dem Boden mit Schlafsäcken, da Kühlhaus für Getränke, da Klo, da Reiterstübchen alles paletti. Pizza vom Italiener aus Marienheide, Bier aus dem Kühlschrank – was will man mehr.

 

Der nächste Morgen gestaltete sich etwas schwierig, weil die Landschaft und die Wege im Bereich des Wasserbehälters und Windrades durch Neuanpflanzungen verändert waren, Nachdem wir uns dadurch gewuselt hatten, lief aber alles glatt und nach der Überquerung des Genkelarms konnten wir dann ganz easy und ohne Hilfe der Karte an der Brucher vorbei, über Herreshagen und die Gummershardt, nach Hause reiten.

 

Wie es war? Nun, eben wanderreiten: Einige Haken und Ösen, wie immer der Moment, wo ich verzweifelt rufe: „Nie wieder! Nie wieder mach ich das, wie konnte ich mir das bloß antun!“ Dafür aber viel schöne Landschaft, Begegnungen mit super netten Menschen, den ganzen Tag im Sattel. Am besten hat es Angelika ausgedrückt: „Wenn ich gefragt wurde, habe ich gesagt: „Es war mal wieder ganz schrecklich, aber ich würde es sofort wieder tun. Ich könnte morgen wieder losreiten.“

 

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